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Wissenswertes rund um das Thema «Alltagsstress»

Wenn Alltagsstress depressiv macht. Häufig beginnt es schleichend. Den Anfang machen dauernde Müdigkeit und Erschöpfung, was von den Betroffenen oft als «persönliche Schwäche» wahrgenommen wird. Betroffene schämen sich und versuchen dies zu verbergen. Wer den Zeitpunkt verpasst fachlichen Rat einzuholen, muss vielfach mit Verzweiflung, Rückzug, Schlafstörungen oder Suchterkrankungen rechnen. Sie ist immer häufiger Begleiterin unserer Leistungsgesellschaft: die Erschöpfungsdepression.

Viel Belastung, wenig Ressourcen

Laut den neusten Umfragen von «Gesundheitsförderung Schweiz» hat rund jede vierte erwerbstätige Person Stress (Job-Stress-Index 2018). Dies ist ein leichter Anstieg über die letzten drei Jahre. Vor allem jüngere Berufsleute unter 40 Jahren leiden unter minderen Arbeitsbedingungen, negativer Einstellung des Arbeitnehmenden und emotionaler Erschöpfung. Schuld ist vor allem das schlechte Verhältnis von Auslastung und Ressourcen am Arbeitsplatz, was die Gesundheit und die Motivation gefährdet. Wer über einen längeren Zeitraum überarbeitet und überfordert ist, geht das Risiko ein, in eine Erschöpfungsdepression zu geraten. Dieses Syndrom ist im Volksmund besser unter Burnout bekannt. Der englische Begriff bedeutet «ausgebrannt » und steht für einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung sowie reduzierter Leistungsfähigkeit. Vor allem die nicht vorhandene Work-Life-Balance, also ein fehlender Ausgleich zum Job, begünstigt das Risikopotenzial. Depressionen können übrigens genetisch, hormonell oder saisonal bedingt sein. Gegenüber anderen Depressionstypen ist die Erschöpfungsdepression in der Regel aber nicht chronisch.

Problem erkennen

Oft wird der Begriff Burnout als Modediagnose dargestellt. Den Schritt zum Psychologen unterlassen Betroffene aus Scham, jedoch sollten diese Warnsignale des Körpers unter keinen Umständen ignoriert werden. Wer seinen Zustand ernst nimmt, vermeidet so die Entwicklung einer chronischen Depression oder anderen psychischen Erkrankung. Das A und O ist, sich überhaupt einzugestehen und zu realisieren, dass der Zustand der Erschöpfung ein Problem darstellt. «So kann es nicht weitergehen» sollte die Schlussfolgerung der Problemerkenntnis sein. Wer über diese erste Schwelle ist, erlebt im Regelfall bereits eine Art Erleichterung. Als weiterer Schritt empfiehlt es sich, das Schweigen zu brechen und einen vertrauten Arbeitskollegen oder Freunde aus dem privaten Umfeld einzuweihen.

Erste Anzeichen einer Erschöpfungsdepression

  • Erholungsunfähigkeit
  • schleichende Distanzierung vom Umfeld
  • Schlaflosigkeit
  • ständige Müdigkeit und Energiemangel
  • ausbleibende Motivation bereits für kleine Tagesaufgaben
  • Lustlosigkeit, Apathie, Abgeschlagenheit, innere Leere
  • missmutige Stimmungslage
  • Reizbarkeit
  • Angstsymptome
  • Kopf- oder Bauchschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • häufige Infektionen
  • Appetitlosigkeit
  • nachlassendes sexuelles Interesse

Hilfe zulassen

Eine erste Anlaufstelle kann die Apotheke des Vertrauens sein. Vor Ort wird die Fachperson vorschlagen, ob der Gang zum Psychologen oder Arzt sinnvoll sein kann. Hilfreich ist dazu ein Tagebuch, in dem festgehalten wird, was die letzten Tage über los war und wie sich der Betroffene dabei gefühlt hat. Die Konsultation eines Psychologen ist sicherlich dann sinnvoll, wenn alternative Heilmittel nach zwei Wochen keine Wirkung zeigen oder sich die Person immer mehr zurückzieht. In einer Psychotherapie liegt der Fokus vor allem darauf, wie der Patient wieder ein ausgewogenes Arbeits- und Privatleben mit reduzierter Rückfallgefahr führen kann. Naturheilmittel oder sonstige Energiebooster, zum Beispiel mit Aminosäuren, können im Alltag eine kleine Unterstützung sein. Im Prinzip hilft alles, was das Abschalten und Auftanken begünstigt. Das kann ein Konzertbesuch sein, ein Saunagang, Sport ohne Leistungsdruck, Spiritualität – die Möglichkeiten dazu sind beinahe unendlich.

Unterstützung durch Arzneimittel

Der Griff zu Psychopharmaka ist für viele mit Angst vor Abhängigkeit verbunden. Es ist sehr schwierig, die Dosierung dieser Medikamente individuell richtig einzustellen. Wichtig ist, dass die Angst oder der Respekt davor dem Arzt mitgeteilt und die Einnahmedauer und Dosis eingehalten wird. Verschriebene Medikamente dürfen erst abgesetzt werden, wenn der behandelnde Arzt den Patienten als genügend stabil bewertet. Ebenfalls ist zu bedenken, dass einige Medikamente die Aufnahme von Vitamin- und Mineralstoffen verringern. Deshalb raten wir zu einer persönlichen Mikronährstoffmischung, die zusätzliche Energie spendet. In zahlreichen Fällen können nach dem Absetzen von Psychopharmaka pflanzliche Präparate eine massgebende Unterstützung bieten. Arznei aus Ginseng, der Taigawurzel oder dem Rosenwurz werden zur körperlichen und geistigen Leistungssteigerung eingesetzt. Auch Johanniskraut kann eine Alternative zu Antidepressiva sein, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden, lassen sie sich von einer Fachperson beraten.

Risikogruppen für Erschöpfungsdepression

  • Menschen mit Dauerstress: Privat und beruflich engagierte mit hohem Anspruch an sich selbst
  • Menschen, die Angehörige pflegen
  • sehr engagierte, leistungsbereite, gewissenhafte, perfektionistische, harmoniebedürftige Personen
  • Menschen in beruflichen Konflikten und / oder mit schlechter Entlohnung

Was kann präventiv gegen Erschöpfungsdepressionen unternommen werden?

  • klare Abgrenzung, «nein» sagen / ein gesundes Mass an privater und beruflicher Verpflichtung und Erholung suchen
  • bei Vitaminmangel: Vitamin- und Mineralstoffpräparate (Vitamin D, Vitamin B)
  • regelmässigen Schlaf-Wachrhythmus einhalten
  • alternativmedizinsche, pflanzliche Arzneimittel zum Beispiel aus Johanniskraut, Hafer, Kava- Kava, Passionsblumen, Hopfen, Melisse, Lavendel
  • Bewegung und Sport ohne Leistungsdruck
  • Energie in freier Natur tanken
  • fixe Termine für sich selbst planen / erreichbare Ziele festlegen
  • ruhebringendes Hobby: z. B. kreative Arbeit wie Malen, Basteln, Werken
  • gesunde Ernährung
  • Gespräch über eigene Situation mit vertrauter Person suchen

Achtung vor Wechselund Nebenwirkungen

Immer wieder kommt es bei der Medikamenteneinnahme zu unerwünschten Begleiterscheinungen. Unsere Apotheken beraten Sie in einer persönlichen Therapiebegleitung von nur 20 Minuten, wie die Medikamenteneinnahme am sichersten und effizient gestaltet wird. Der Kunde erhält eine vollständige Übersicht der rezeptpflichtigen und rezeptfreien Medikamente, weiss, was er bei der Einnahme beachten muss, und kennt mögliche Wechsel- oder Nebenwirkungen.

Im Optimalfall beziehen Klienten sämtliche Medikamente stets bei derselben Apotheke. So kann ein Informationsverlust vermieden werden und die Apotheke behält die Übersicht über alle verordneten Arzneimittel. Ab gleichzeitig vier verschriebenen Medikamenten und einer Einnahmedauer von mindestens drei Monaten übernimmt übrigens die Grundversicherung die Kosten für diesen Beratungsservice – und zwar zweimal pro Jahr. Auf Wunsch gestalten wir für Sie die Dosierung mithilfe von Wochensets oder portionierter Arzneimittelsysteme wie Medifilm einfach und sicher. Für die Apotheke steht der Mensch und die persönliche Beratung im Fokus. Unklarheiten, Fragen zu Medikamenten und Nebenwirkungen können im Beratungsraum in aller Ruhe besprochen werden.

Für Angehörige, Freunde, Arbeitskollegen

Weil der Prozess zur ausgereiften Erschöpfungsdepression schleichend ist, bemerkt häufig auch das Umfeld spät, was sich bei der betroffenen Person Problematisches anbahnt. Die Unzufriedenheit, das Gestresstsein oder die Gereiztheit werden zwar wahrgenommen, aber nicht als psychische Erkrankung eingestuft. Bietet das Umfeld Hilfe an, lehnen Betroffene meistens ab und bleiben mit ihrer Situation alleine. Angehörige erreichen den erschöpften Menschen nicht, womit Partnerschaften und auch Freundschaften zerbrechen können. Wir empfehlen jedoch dem persönlichen Umfeld von Personen, welche von Erschöpfungsdepressionen gefährdet sind, diese nicht sich selbst zu überlassen und Rat einzuholen.

Tipps für Angehörige

  • Geben Sie Ihrem Angehörigen nicht zu viele Ratschläge, das kann ihn erdrücken und belasten. Hören Sie einfach zu und zeigen Sie Verständnis.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Angehöriger erkrankt ist. Machen Sie keinen Druck und überlassen Sie konkrete Ratschläge Fachpersonen.
  • Motivieren Sie Ihren Angehörigen, professionelle Hilfe (Beratung in Apotheke, Arztbesuch, Selbsthilfegruppe oder Psychotherapie) in Anspruch zu nehmen. Bieten Sie Begleitung an.
  • Versuchen Sie, die allfällige Lustlosigkeit Ihres Partners nicht persönlich zu nehmen.
  • Sollte das Thema Suizid angesprochen werden, teilen Sie dies und unverzüglich dem behandelnden Arzt mit.
  • Vergessen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht. Wenn Sie zwischendurch Abstand zum Erkrankten benötigen, ziehen Sie sich zurück.
  • Sensibilisieren Sie sich, um bei Ihnen selbst Erschöpfungssymptome zu erkennen.

Tipps bei Erschöpfungsdepression

Ratgeber

Lesen Sie unseren detaillierter Ratgeber über Burnout.