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Wissenswertes rund um das Thema «Augen»

Mit keinem anderen Organ identifizieren wir uns wohl mehr als mit unseren Augen. Jede Verletzung, Beeinträchtigung und Erkrankung der Augen betrifft uns deshalb immer auch auf der seelischen Ebene und kann grosse Ängste auslösen.
Tragen wir also Sorge zu unseren Augen!

Gesundes Auge

Mit keinem anderen Organ identifizieren wir uns wohl mehr als mit unseren Augen. Jede Verletzung, Beeinträchtigung und Erkrankung der Augen betrifft uns deshalb immer auch auf der seelischen Ebene und kann grosse Ängste auslösen.
Tragen wir also Sorge zu unseren Augen!

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie das Auge aufgebaut ist und wie es funktioniert. Wir stellen Ihnen die häufigsten Beschwerdebilder und Erkrankungen des Auges vor und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Augen im Alltag, bei der Arbeit und beim Sport am besten pflegen und schützen können. Wenn Sie weitere Fragen oder Probleme rund um das Auge haben, beraten wir Sie gerne individuell und kompetent.

Topwell-Produktempfehlung



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Aufbau und Funktionsweise des Auges

Das Auge besteht aus dem fast kreisrunden Augapfel, der eingebettet in ein Polster aus Muskeln, Fett- und Bindegewebe in der knöchernen Augenhöhle liegt, und den so genannten Anhangsorganen (Tränenapparat, Augenlider, Bindehaut, Augenmuskeln). Es ist im Prinzip wie ein Fotoapparat aufgebaut und funktioniert auch gleich. Das Licht wird durch die Hornhaut und die dahinterliegende Linse (Objektiv) gebündelt und fokussiert und das Bild auf die Sinneszellen der Netzhaut projiziert. Über den Sehnerv werden dann sämtliche Bildinformationen an das Gehirn weitergegeben.

Die Linse ist elastisch und am strahlenförmigen Ziliarkörper aufgehängt, dessen feine Muskeln die Scharfeinstellung der Linse auf die gewünschte Distanz vornehmen (Akkommodation). Die Lider schützen das Auge nach aussen und verteilen durch regelmässiges Blinzeln den Tränenfilm, der das Auge vor dem Austrocknen schützt.

Querschnitt durch das Auge



Akkommodation


Vereinfachte schematische Darstellung der entfernungsabhängigen Brechkraftänderung bei einem normalsichtigen Auge: links Fern-, rechts Nahanpassung

Trockene Augen

Normalerweise blinzeln wir 10- bis 15-mal pro Minute und verteilen dabei den feinen Tränenfilm, der das Auge befeuchtet und von Schmutz und Staub reinigt, gleichmässig über das Auge. Der Tränenfilm besteht aus einer dünnen Schleimschicht, die direkt auf der Hornhaut liegt, der dickeren wässrigen Schicht und dem dünnen Fettfilm, der den Tränenfilm nach aussen schützt. Wenn wir zu selten blinzeln, der Tränenfilm zu schnell trocknet, die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändert ist oder zu wenig davon produziert wird, werden die Augen trocken. Sie beginnen zu brennen und jucken, werden rot, und es kann sich anfühlen, als wäre ein Sandkorn auf dem Auge. Neben gewissen Krankheiten, hormonellen Veränderungen (Menopause, Diabetes) und gewissen Medikamenten (z.B. Beta-Blocker) gibt es eine Reihe von harmloseren Ursachen. Die häufigsten sind Rauch, Zugluft, trockene Luft in geheizten oder klimatisierten Räumen und das konzentrierte Arbeiten am Bildschirm. Auch das Tragen von Kontaktlinsen kann zu trockenen Augen führen. Interessanterweise ist nur sehr selten ein Mangel an Tränenflüssigkeit resp. wässriger Schicht der Auslöser für trockene Augen. Bei zirka 80% liegt eine Störung der Fettschicht zugrunde, die erst sekundär zu einem Aufbrechen und raschen Verdunsten der wässrigen Schicht führt.

Vorbeugung und Behandlung von trockenen Augen

Oft helfen einige einfache Verhaltensmassnahmen, um trockenen Augen vorzubeugen:

  • Vermeiden Sie Zugluft, richten Sie z.B. das Gebläse im Auto nicht ins Gesicht.
  • Vermeiden Sie trockene Raumluft (z.B. durch regelmässiges Lüften).
  • Vermeiden Sie Rauch.
  • Vergessen Sie nicht zu blinzeln, wenn Sie lange am Bildschirm arbeiten, und machen Sie regelmässig Pausen.

Reichen diese Massnahmen nicht aus, können Sie einen Lipid(Fett-)spray oder künstliche Tränen verwenden. In unseren Topwell-Apotheken erhalten Sie den Lipidspray, der den Fettfilm wiederherstellt und das Auge vor dem Austrocknen schützt, und Tropfen mit speziellen Wirkstoffen. Ihre Topwell-Apotheker beraten Sie gerne.

Rote Augen

Rote Augen sind sehr häufig und können verschiedenste Ursachen haben. Platzt in der Bindehaut ein kleines Äderchen, entsteht ein roter Fleck im Auge. Das sieht zwar bedrohlich aus, ist in aller Regel aber völlig harmlos und muss nicht behandelt werden. Anders sieht es aus, wenn eine Bindehautentzündung vorliegt. Diese kann entweder durch eine Infektion oder eine Allergie hervorgerufen werden.

Die infektiöse Bindehautentzündung wird in unseren Breitengraden am häufigsten durch Viren oder Bakterien verursacht. Die Augen sind rot, leicht geschwollen, jucken, brennen und tränen und sind am Morgen von weisslichem Schleim oder gelbem Eiter verklebt.

Die allergische Bindehautentzündung tritt meistens zusammen mit Heuschnupfen auf, kann aber z.B. auch durch Kosmetika verursacht werden. Es sind immer beide Augen betroffen. Diese sind rot und leicht geschwollen, jucken, brennen und tränen oft stark. Sobald das auslösende Allergen nicht mehr vorhanden ist, verschwinden die Symptome rasch.

Vorbeugung und Behandlung der Bindehautentzündung

Die durch Viren verursachte infektiöse Bindehautentzündung ist sehr ansteckend, weshalb das Einhalten von strikten Hygienemassnahmen sehr wichtig ist: Waschlappen nur einmal benutzen, Handtücher nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen und häufig wechseln, möglichst nicht in die Augen fassen resp. danach immer gründlich die Hände waschen, Meiden von öffentlichen Bädern. Eine ursächliche Behandlung gibt es für die meisten Formen der viralen Bindehautentzündungen leider nicht, es können lediglich Augentropfen gegen die Entzündung gegeben werden. Einzig für die durch Herpesviren verursachte Bindehautentzündung gibt es eine spezielle antivirale Behandlung, welche aber immer vom Arzt verschrieben werden muss.

Bindehautentzündungen verursacht durch Bakterien heilen oft von selbst. Falls trotzdem eine Behandlung notwendig ist, werden Antibiotika, meist in Form von Tropfen oder Salben, eingesetzt.

Bei allergischer Bindehautentzündung sollte in erster Linie das verantwortliche Allergen gemieden werden, was aber gerade bei Pollenallergien oft kaum möglich ist. Das Tragen einer Sonnenbrille und das allabendliche Waschen der Haare können hilfreich sein. Daneben sind in unseren Apotheken eine Reihe von Tropfen erhältlich, die gegen Allergien und Entzündungen wirken.

Grüner & Grauer Star

Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Durch einen dauernd oder schubweise erhöhten Augendruck wird der Sehnerv zunehmend geschädigt, was unbehandelt zu einer langsam fortschreitenden Verkleinerung des Gesichtsfeldes, später zu einem Verlust der Sehschärfe und schliesslich zur Erblindung führt. Der erhöhte Augendruck verursacht normalerweise keine spürbaren Symptome, und die Verkleinerung des Gesichtsfeldes schreitet so langsam voran, dass sie oft über lange Zeit unbemerkt bleibt. Einmal eingetretene Schäden am Sehnerv können nicht mehr repariert werden. Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt mit dem Alter an.

Grauer Star (Katarakt)

Als Grauer Star wird die zunehmende Trübung der Linse bezeichnet, welche als graue Verfärbung hinter der Pupille erkennbar ist. Betroffene beschreiben einen Schleier, der das Sehen beeinträchtigt, und klagen über eine erhöhte Blendempfindlichkeit. Ohne Behandlung führt auch diese Erkrankung schliesslich zur Erblindung des betroffenen Auges. Die häufigste Form des Grauen Stars ist der Altersstar, bei welcher die Trübung der Linse Ausdruck des normalen Alterungsprozesses ist.

Diagnose und Behandlung

Grüner Star

Da der Grüne Star erst bei fortgeschrittener Schädigung des Sehnervs spürbare Symptome verursacht, sollten alle über 40-Jährigen regelmässig den Augendruck messen lassen. Dank dieser einfachen und schmerzlosen Untersuchung, die Augenärzte und gewisse Optiker anbieten, kann rechtzeitig mit der Behandlung begonnen und die Schädigung des Sehnervs wirksam verhindert werden. Behandelt wird das Glaukom mit Tropfen oder Tabletten, die den Augendruck senken. Nur wenn diese Behandlung ungenügend wirkt, muss operiert werden.

Grauer Star

Im Unterschied zum Grünen macht sich der Graue Star früh bemerkbar. In frühen Stadien kann durch die Anpassung der Brillenkorrektur das Sehvermögen noch genügend verbessert werden, und das Tragen einer Sonnenbrille schützt vor dem unangenehmen Blenden. Bei fortgeschrittener Trübung hilft aber nur noch der operative Ersatz der Linse durch eine Kunstlinse. Die Operation wird meistens ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die AMD ist in den westlichen Ländern die häufigste Ursache für eine Verschlechterung des Sehvermögens bei über 50-Jährigen. Ablagerungen in der Netzhaut führen zu Sehstörungen im Zentrum des Gesichtsfeldes. Betroffene können einen Gegenstand, den sie fixieren, nur unscharf oder gar nicht erkennen. Sie sehen z.B. die Uhr, können aber die Zeit nicht ablesen, oder sie sehen einen Gesprächspartner, können aber sein Gesicht nicht erkennen. Die Makuladegeneration ist eine Alterserscheinung. Frauen und Raucher haben ein erhöhtes Risiko. Bluthochdruck, Arterienverkalkung und hohe Blutfettwerte verschlechtern den Verlauf der AMD.

Diabetische Retinopathie

Die durch Zuckerkrankheit (Diabetes) verursachten krankhaften Veränderungen der Netzhaut (Retinopathie) sind in Europa und Nordamerika die häufigste Ursache für eine Erblindung bei 20- bis 65-Jährigen. Nach 20 Jahren haben bereits 9 von 10 Zuckerkranken Zeichen dieser Erkrankung, die lange Jahre keine spürbaren Symptome macht. Der wichtigste Risikofaktor für das Fortschreiten der Netzhautveränderungen ist ein schlecht eingestellter Blutzucker.

Erkennen und Behandlung der Makuladegeneration

Für die Diagnose führt der Augenarzt eine Bestimmung der Sehschärfe durch und betrachtet den Augenhintergrund, eventuell schliesst er weitere spezielle Untersuchungen an. Neben der Beeinflussung der Risikofaktoren (Tabakkonsum, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte) gibt es eine Reihe von verschreibungspflichtigen Medikamenten, die den Verlauf der AMD günstig beeinflussen.

Vorbeugung und Behandlung der Diabetischen Retinopathie

Die wichtigste und einzige wirksame Massnahme für die Vorbeugung und die Verlangsamung der diabetischen Netzhauterkrankung ist eine konsequente und gute Einstellung der Blutzuckerwerte. In Ihrer Topwell-Apotheke können Sie Ihre Blutzuckerwerte bestimmen lassen.

Fehlsichtigkeit

Fehlsichtigkeit ist keine Krankheit, sondern eine Normvariante. Die Abweichung der Form des Augapfels vom Ideal hat zur Folge, dass der Brennpunkt nicht exakt auf der Netzhaut zu liegen kommt und das Bild deshalb unscharf wird.

Bei Kurzsichtigkeit werden nur Gegenstände in der Nähe scharf gesehen, in der Ferne ist alles verschwommen.

Bei Weitsichtigkeit ist es genau umgekehrt.

Die Alterssichtigkeit äussert sich dadurch, dass Gegenstände in der Nähe nicht mehr scharf gesehen werden – die Arme werden allmählich zu kurz zum Zeitunglesen, wie der Volksmund sagt. Durch den normalen Alterungsprozess verliert die Linse an Elastizität und kann sich immer schlechter anpassen. Von Alterssichtigkeit werden alle Menschen früher oder später betroffen, unabhängig davon, ob sie normal-, kurz- oder weitsichtig sind.

Behandlung der Fehlsichtigkeit

Da die Ursache der Fehlsichtigkeit in einem Missverhältnis der Brechkraft und der Länge des Augapfels liegt, kann sie nur mithilfe von optischen Hilfsmitteln wie Brillen und Kontaktlinsen oder operativen Eingriffen im Bereich der Hornhaut oder an/vor der Linse korrigiert werden. Durch das Training der Augenmuskeln kann, obwohl dies immer wieder behauptet wird, eine Fehlsichtigkeit nicht korrigiert werden. Dies deshalb, weil die Augenmuskeln den Augapfel zwar in alle Richtungen drehen, nicht aber dessen Form verändern können, was nötig wäre, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Einzig der Ziliarmuskel, der für die Akkommodation der Linse verantwortlich ist, kann bis zu einem gewissen Grad trainiert werden und bei Weitsichtigkeit das Lesen erleichtern. Sobald aber aufgrund des Alters die Elastizität der Linse abnimmt, kann auch ein starker Ziliarmuskel nicht mehr genügend akkommodieren, um das Lesen zu ermöglichen.

Die richtige Anwendung von Augentropfen und -salben

Augentropfen und -salben werden am besten im Liegen oder Sitzen verabreicht und sollten Zimmertemperatur haben. Der Kopf wird nach hinten geneigt und der Blick nach oben gerichtet. Das Unterlid wird leicht nach unten gezogen und die vorgeschriebene Anzahl Tropfen aus dem senkrecht gehaltenen Fläschchen resp. ein 5 mm langer Salbenstrang in den Bindehautsack gegeben. Anschliessend wird das Auge für einen kurzen Moment geschlossen und leicht hin und her bewegt.

  • Waschen Sie vor der Anwendung von Augentropfen oder -salben immer gründlich die Hände.
  • Passen Sie auf, dass das Fläschchen/die Tube weder mit dem Auge, noch den Wimpern in Berührung kommt.
  • Jedes Fläschchen/jede Tube darf nur von einer Person verwendet werden.
  • Nach dem Öffnen sind Augentropfen nur kurz haltbar (siehe Beipackzettel).

Pflege und Schutz der Augen

Gesunde Augen müssen nicht speziell gepflegt werden, es genügt, wenn Sie die geschlossenen Augen beim Waschen des Gesichtes mit klarem Wasser von aussen gegen innen waschen. Selbstverständlich müssen die Augen vor dem Zubettgehen aber immer sorgfältig abgeschminkt werden. Auch verklebte Augen sollten Sie – immer von aussen gegen innen – nur mit klarem Wasser auswaschen.

Für die Augengesundheit ist auch eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen (v.a. Vitamin A, B2, C, E) und Mineralstoffen wichtig. Essen Sie deshalb auch Ihren Augen zuliebe viel frisches Gemüse und Früchte.

Setzen Sie die Augen möglichst keinen schädlichen Einflüssen wie Rauch, Zugluft, trockener Raumluft aus, und schützen Sie die Augen immer ausreichend vor Sonnenlicht. Empfehlenswert ist auch die tägliche Lidrandpflege mit Pflegemitteln ohne Tenside.

Was tun, wenn etwas ins Auge kommt

Kleine Fremdkörper (Sandkorn, Insekt) versucht das Auge durch Blinzeln und Tränen selbst zu entfernen. Gelingt dies nicht, sollten Sie auf keinen Fall im Auge reiben, da Sie damit die Hornhaut verkratzen könnten. Versuchen Sie, den Fremdkörper mit der Spitze eines frischen Taschentuchs oder mit einem Wattestäbchen aufzunehmen, ohne dabei die Hornhaut zu berühren. Wenn ein Fremdkörper ins Auge eindringt, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Gelangen trotz aller Vorsicht Flüssigkeiten oder Chemikalien ins Auge, müssen Sie dieses sofort und gründlich (mindestens 5 bis 10 Minuten lang) mit viel Wasser ausspülen, am besten direkt unter dem Wasserhahn, und dann unverzüglich einen Augenarzt/Arzt kontaktieren.

Notfälle

Es gibt einige Notfälle, in denen rasch gehandelt werden muss, damit das betroffene Auge gerettet werden kann. Bei folgenden Alarmzeichen resp. Verletzungen sollten Sie unverzüglich einen Augenarzt/Arzt aufsuchen:

  • Plötzlicher Verlust des Sehvermögens auf einem Auge (Verschluss der Zentralarterie)
  • Plötzliches Sehen von weissen Blitzen, Schleiern, Russregen (Netzhautablösung)
  • Plötzlich verschwommenes Sehen, Kopf-, Augenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen (akutes Glaukom)
  • Offene Verletzungen des Auges und der Lider
  • Starker Schlag aufs Auge