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Gesundheitstipps zum Thema «Ernährung - versteckte Zucker»

Wir schauen gemeinsam die Ernährungsge­wohnheiten an. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Einnahme von verstecktem Zucker, der beispielsweise in Getränken, Jog­hurt oder anderen Fertigprodukten steckt. So können wir konkrete Tipps zusammenstellen und der Klient kann diese gezielt umsetzen.

Achtung Zuckerfalle!
Quelle: beobachter.ch

Tomatensuppe im Beutel:
Pro Teller à 2.5 dl fertige Suppe können sich 12.5 Gramm Zucker oder umgerechnet 3 Würfelzucker verstecken.

Joghurt Erdbeere 150 g mit 40 g Fitnesscerealien:
In diesem Frühstück oder Zwischensnack können sich 19.5 Gramm Zucker oder umgerechnet 7 Würfelzucker befinden.

1 Becher Schokoladenjoghurt à 180 g:
Darin können sich 32 Gramm Zucker oder umgerechnet 8.5 Würfelzucker befinden.

Salatsauce Balsamico à 7dl:
In diesen Flaschen können sich 93.8 Gramm Zucker oder umgerechnet 25 Würfelzucker befinden.

Ice Tea Lemon:
1 Glas à 2.5 dl Eistee können 10.5 Gramm Zucker oder umgerechnet 4 Würfelzucker enthalten.

Klassischer Getreideriegel:
In diesem Zwischensnack können sich 7 Gramm Zucker oder umgerechnet 2 Würfelzucker befinden.

Herkömmlicher Bio-Orangensaft:
1 Glas à 2.5 dl können 22.5 Gramm Zucker oder umgerechnet 6 Würfelzucker enthalten.

Tomaten-Ketchup:
In 30 Gramm können sich 8 Gramm Zucker oder umgerechnet 2 Würfelzucker befinden.

Produktempfehlung



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So gehen Sie unnötigem Zucker aus dem Weg

  • Trinken Sie ungesüsste Getränke und ersparen Sie Ihrem Körper somit die unnötige Zucker zufuhr.
  • Fertigprodukte sind häufig mit Zucker angereichert, auch wenn sie salzig schmecken. Versuchen Sie so oft wie möglich selbst zu kochen, um somit die Inhaltsstoffe zu kontrollieren.
  • Müeslimischungen enthalten oft viel beigefügten Zucker. Nehmen Sie sich an einem freien Sonntagnachmittag Zeit und bereiten Sie Ihre eigene Mischung zu, die übrigens auf die Masse günstiger ist.
  • Verzichten Sie auf gesüsste Joghurts. Reichern Sie Naturejoghurts mit Früchten an, das verleiht natürlichen Geschmack.
  • Überprüfen Sie die Zutaten auf der Produktepackung. Ein guter Hinweis ist die Mengenangabe Kohlenhydrate – davon Zucker. Denn unter anderem sind Dextrose und Maissirup Zuckerelemente, die nicht als solche erkennbar sind.

Gut zu wissen: Die WHO empfiehlt, höchstens sechs Teelöffel Zucker zu sich zu nehmen, was durchschnittlich 10% des täglichen Kalorienbedarfs entspricht.

«Versteckte Zucker machen oft einen Strich durch die Rechnung»

Sabine Thurneysen ist die geschäftsführende Apothekerin in Allschwil am Lindenplatz. Sie erlebt, wie sich ihre Kundinnen und Kunden vermehrt nach Inhaltsstoffen erkundigen und dass Bio-Label und die Herkunft der Produkte die Kaufentscheidung beeinflussen. Der Wunsch nach dem Gesundsein ist nach wie vor Trend.
Frau Thurneysen, wie gut informiert ist Herr und Frau Schweizer über das Thema Gesundheit?
Das Interesse am Thema ist eindeutig omnipräsent. Es beginnt beim Kauf einer Sonnencreme. Unsere Kunden wollen häufig ganz genau wissen, welche Inhaltsstoffe sich in der Creme befinden. Auch die Nachfrage nach Ernährungs-Supplementen ist gross, unsere Gesellschaft beschäftigt sich mit dem Gesundheitsthema. Wahrscheinlich auch, weil in vielen Reformhäusern, aber auch in Grossverteilern immer mehr «gesunde» Produktelinien auft auchen. Und trotzdem: Wenn bei repräsentativen Umfragen die Milchschnitte als gesunder Zwischensnack durchgeht, weil sie Milch enthalte, ist die Aufklärungsarbeit noch lange nicht erledigt.

Ist die Apotheke auch Anlaufstelle für Fragen rund um die gesunde Ernährung?
Natürlich. Es kommt nicht selten vor, dass Klienten mit dem Vorhaben, sich gesünder zu ernähren und abzunehmen, an unserer Theke stehen. In solchen Fällen machen wir einen kurzen Check. Ist die Absicht abzunehmen optisch nach zuvollziehen? Sind Grunderkrankungen bekannt? Müssen regelmässig Medikamente wie beispielsweise Blutverdünnungsmittel eingenommen werden? Raucht die Person oder hat kürzlich damit aufgehört? Wer etwas Zeit mitbringt, muss keinen Termin vereinbaren. Die Besprechung erfolgt falls gewünscht diskret im Beratungsraum.

Wie beraten Sie jemanden, der abnehmen möchte?
Wir schauen gemeinsam die Ernährungsgewohnheiten an. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Einnahme von verstecktem Zucker, der beispielsweise in Getränken, Joghurt oder anderen Fertigprodukten steckt. So können wir konkrete Tipps zusammenstellen und der Klient kann diese gezielt umsetzen. Nach einiger Zeit lohnt sich ein Wiedersehen, um festzustellen, wie die Integration der neuen Ernährungsweise geklappt hat. Sehr wichtig für den Erfolg erscheint mir dabei, dass sie in den persönlichen Alltag des Kunden passt.

Welche Produkte können einem zusätzlich helfen, abzunehmen?
Es gibt diverse Präparate, welche die Aufnahme von Kohlenhydraten oder Fett reduzieren. Diese sehe ich aber eher als Motivationsanstoss, nicht als stetige Begleiter. Auch die kalorien armen Shakes, die eine ganze Mahlzeit ersetzen und die wir in der Apotheke verkaufen, sind eher kurzfristig einzusetzen. Auf Dauer ist das kaum eine Lösung. Das Essenzielle, meiner Meinung nach, ist und bleibt die Ernährungsumstellung. Es soll daraus eine Gewohnheit entstehen, die längerfristig umgesetzt werden kann. So wird auch der Jojo-Effekt umgangen. Wer sich um seinen Vitaminhaushalt sorgt, dem empfehle ich Multivitamin cela von Burgerstein.

Was gilt es bei einer Ernährungsumstellung zu beachten?
Wie anfangs erwähnt, fragen wir nach bekannten Erkrankungen. Diabetikern wird beispielsweise ohnehin eine Ernährungsberatung angeboten, da das Essen eine wichtige Rolle einnimmt. Sie müssen vor allem auf die Gruppe der Kohlenhydrate achten. Vollkornprodukte sind bedeutend besser. Hierbei handelt es sich um komplexere Zuckerstrukturen, so gelangt der Zucker langsamer und kontrollierter ins Blut.

Bei welchen Krankheiten ist sonst noch Vorsicht geboten?
Personen, die unter Gicht leiden, sollten Meeresfrüchte meiden und Fleisch nur in kleinen Mengen geniessen. Diese Nahrungsmittel lassen den Harnspiegel ansteigen, was sich auf die Gichttherapie kontraproduktiv auswirkt. Auch Patienten mit Arthrose sollten auf eine gesunde Ernährung achten. Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Im Allgemeinen muss bei Klienten, die in medikamentöser Therapie sind, genaue Abklärungen getroffen werden. Hier sind wir darauf angewiesen, dass die Kundin oder der Kunde transparent darüber Auskunft gibt.

Was bedeutet eine gesunde Ernährung in Ihren Augen?
Ich persönlich halte mich an die Ernährungspyramide. Wenn möglich versuche ich fünf Portionen Gemüse oder Früchte zu essen. Von Hungern und Mahlzeiten auslassen, um Kalorien zu sparen, halte ich nichts. Die Behauptungen, abends zu essen mache dick, Fastentage seien gesund oder andere Diätmythen wurden meines Wissens nie fundiert belegt. Ich plädiere auf drei Mahlzeiten pro Tag. Die Portion macht es aus; so schöpfe ich mir lieber etwas weniger, esse langsam, indem ich mich an einen Tisch setze, mich mit Kollegen unterhalte und so den Zeitpunkt des Sättigungsgefühls er kenne.

Welche Tipps geben Sie unseren Lesern?
Greifen Sie lieber zu pflanzlichem, anstatt zu tierischem Fett. Gönnen Sie sich hin und wieder etwas in Massen und lassen Sie keine Nahrungsgruppen aus. Der Körper braucht Kohlenhydrate, Eiweiss und Fette. Achten Sie auf eine ausgewogene Grundversorgung von Mikronährstoff en. Wir helfen Ihnen in der Apotheke dazu gerne weiter. Vor allem aber: Haben Sie Geduld. Effektiv ist, was sich langfristig bemerkbar macht.

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung führt auf ihrer Website eine Liste der empfohlenen Zufuhr von Nährstoffen auf: www.sge-ssn.ch

«Richtige Ernährung bewirkt Wunder»