Medbase Apotheken AG
Haben Sie sich auch schon sagen hören «Man ist halt nicht mehr 20»? Etwa dann, wenn Sie beim raschen Gehen ausser Atem kommen, die Treppe nicht mehr so elastisch hochrennen mögen wie einst oder wenn Sie sich an einem Fest spätestens um 23 Uhr nach Bett und Schlaf sehnen?
Aber mal ganz unter uns und ganz ehrlich: Liebend gerne wären wir vielleicht 10, 15 Jahre jünger – aber nochmals 20 Jahre jung sein, nein danke. Nochmals abgrundtiefen Liebeskummer, nochmals Probleme bei der Berufswahl oder während der Lehrzeit, nochmals Stress mit den Eltern, nochmals Irrungen, Wirrungen und Fehlleistungen aller Art? Nein, darauf können wir verzichten. Und weil es die Natur nun mal nicht vorgesehen hat, dass wir mit all unserer Lebenserfahrung und unseren reichhaltigen Lebens- einsichten nochmals jung sein dürfen, wollen wir uns in der Lebensphase 65+ möglichst gut zurechtfinden und nutzen, was sie uns an neuen Erfahrungen und erfreulichen Entwicklungen zu bieten hat.
Ihre Medbase Apotheke (ehemals Topwell) will Ihnen Anregungen und Hinweise vermitteln, mit denen Sie Ihr Lebens-Wohlfühlklima erhalten oder sogar steigern können. FREUT EUCH DES LEBENS – erst recht ab Alter 65+! Jetzt und heute.

Das Leben neu geniessen lernen

Zum Rhythmus des Lebens gehört der ständige Wechsel von Spannung und Entspannung. Während der Berufsjahre und eben- so im Leben mit der Familie oder im Freundeskreis waren wir in diesen Rhythmus eingebunden – und häufig haben wir schmerzlich erfahren müssen, welche Auswirkungen es für Leib und Seele haben kann, wenn man aus der Balance gerät. Nun haben es die meisten von uns mit einer grundsätzlich veränderten Situation zu tun: Die Anspannung ist im Vergleich zu früher weniger intensiv, die Möglichkeiten zur Entspannung haben dagegen zugenommen. Wie kommen wir nun mit diesem neuen Rhythmus so zurecht, dass die Lebensgestaltung harmonisch ist und wir das Leben geniessen können?

Die Sache mit dem Loch

Häufig wird vom «Pensionierungsloch» gesprochen, das beinahe so bedrohlich sein soll wie das Ozonloch. Die Rede ist von einem Abgrund, in den ältere, nicht mehr berufstätige Menschen zu stürzen drohen. Auch Familienfrauen, deren Kinder das heimische Nest verlassen haben und die nun am Tisch lediglich noch ihrem Partner gegenübersitzen, sollen von dieser Loch-Gefährdung betroffen sein. Keine Frage: Unzählige Menschen freuen sich, dass sie eine Lebens- phase erreicht haben, in der man nicht mehr ständig müssen muss, sondern wählen darf. Andererseits verhält es sich bei diesem Rhythmuswechsel ähnlich wie mit neuen Schuhen. Man hat gut gewählt, das Modell gefällt – aber es dauert dennoch eine Weile, bis sich Fuss und Schuh aneinander gewöhnt haben und keine Druckstellen mehr schmerzen oder irritieren.

Die Besser-leben-Liste

Der Coach einer grossen Firma hat in einem Kurs den vor ihrer Pensionierung stehenden Mitarbeitenden den Rat gegeben, eine Liste zu erstellen und diese im Verlaufe der Zeit Punkt für Punkt in die Tat umzusetzen. Sie sollten all das schriftlich festhalten, was sie schon lange hatten unternehmen oder erleben wollen, aber nicht hatten realisieren können. Ob Zoo-Abonnement oder Afrika-Safari, ob Fahrt mit einer Bergbahn oder Transsibirische Eisenbahn, ob Kochkurs oder Gourmet-Reisen, ob Volkstheater oder philosophischer Zirkel, ob Senioren-Wandergruppe oder Trekkingtour – egal, es zählt einzig die Lizenz zur Lebensfreude. Freudige Lebensimpulse kann auch empfangen, wer sich für eine gute Sache einsetzt. Der Bedarf an ehrenamtlich tätigen Menschen ist sehr gross, und ohne deren vielseitigen Einsatz wäre das soziale Gefüge des Staates einsturzgefährdet.

Wer als Alleinstehender lebt, muss meist mehr Energie inves- tieren, wenn es darum geht, die Single-Lebensgenuss-Liste zu verwirklichen – wobei festzustellen ist, dass längst nicht in allen partnerschaftlichen Beziehungen die Wünsche und Interessen im idealen Gleichklang sind, sondern immer wieder mit viel gutem Willen austariert werden müssen. Singles sollten Umschau halten, Freundschaften pflegen, sich Gruppen anschliessen. Offenheit für neue Kontakte bringt eindeutig Lebensbereicherung.

Dreimal L

Als Leitlinie für optimale Lebensgestaltung im höheren Alter empfiehlt der Wiener Professor Johannes Huber die drei grossen L: LIEBEN, LAUFEN, LERNEN.

Lieben bedeutet Zuwendung und Zärtlichkeit zu Mitmenschen, aber auch Selbstachtung, Begeisterung für eine selbst gewählte Tätigkeit, das Entdecken bisher unbekannter Lebensbereiche und Begegnungen mit der Natur in allen ihren Erscheinungsformen. Laufen meint körperliche Bewegung, aber ebenso seelische und geistige Beweglichkeit. Unendlich weit ist das Feld des Lernens, es reicht vom Erlernen einer neuen Sprache oder von Computertechnik bis zu Begegnungen mit Kunst und Literatur und bis hin zu Lernprozessen im Umgang mit Menschen und Mentalitäten. Ein wertvolles Lernumfeld ist aber auch der schlichte Alltag. Vogelgezwitscher am frühen Morgen, der Duft des Frühstückskaffees, ein freundlicher Gruss, ein aufbauender Gedanke, die Wohltat eines Bades, Sonnenlicht: Jeder noch noch so kurze, aber bewusst wahrgenommene Augenblick kann Freude bieten und von Genuss erfüllt sein.

«Der Augenblick ist Ewigkeit», sagte einst Herr von Goethe – und der kannte sich in Sachen Lebensgenuss sehr gut aus.

Falls Ihnen Beschwerden wie etwa Gelenkschmerzen, Zirkulationsstörungen, Stimmungsschwankungen und was der Beeinträchtigungen mehr sind den Lebensgenuss beeinträchtigen: Die Medbase Apotheke (ehemals Topwell) ist für Sie da, sie bietet Beratung und Hilfe an.

Produktempfehlung



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Bleiben Sie gesund

Machen Sie den Gesundheits-Check 

Lustvoll essen

Wissen Sie noch, was vor Jahrzehnten mit «Coupe AHV» gemeint war?

Nach landläufiger Meinung ernährte sich ein finanziell nicht son- derlich gut gestellter älterer Mensch hauptsächlich von dünnem Kaffee, in welchem er Brocken von altbackenem Brot aufweichte. Je mehr der Anteil an älteren und alten Menschen in der Gesellschaft zunimmt, desto grösser wird das wissenschaftliche Interesse an Ernährungsfragen. Heute ist klar, dass eine ausgewogene und vollwertige Ernährung im Alter Teil eines Präventionsprogramms ist. Sie ist nicht allein für die Gesundheit des einzelnen Menschen wichtig, sondern hat überdies gesundheitspolitische und volks- wirtschaftliche Bedeutung. Als Beispiel: Eine Ernährungsweise, welche unter anderem die Erhaltung der Knochengesundheit unterstützt, mindert im Seniorenalter die Sturzgefahr und verhin- dert in der Folge Spitalaufenthalte und aufwendige Operationen und allenfalls sogar den Verlust der Selbstständigkeit der Betroffenen.

Essen als Energiequelle

Ob Rösti mit Spiegelei, ob eine reichhaltige Suppe/Hauptgang/ Dessert-Mahlzeit oder raffiniertes vegetarisches Gericht: Entscheidend ist in jedem Fall die Qualität der Grundzutaten. Es muss nicht immer Kaviar sein, wirklich nicht. Aber sogar bei einem knappen Budget sollte zwischen Wichtigem und Unnötigem unterschieden werden. Das Geld, das für kalt gepresstes Olivenöl, Biogemüse, reelles Brot vom Bäcker oder für Produkte ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel ausgegeben wird, ist sinnvoll investiertes Geld. Wir essen bekanntlich nicht nur, um satt zu werden, sondern führen uns mit der Nahrung Energie zu, Lebensenergie.

Wir haben das Privileg, nicht Hunger leiden zu müssen, ja das Essen darf uns sogar Spass machen. Der alte Spruch «Das Auge isst mit» gilt auch im privaten Bereich – was bedeutet, dass wir unseren Teller hübsch herrichten und von einem «Aus-der- Pfanne-in-den-Mund-Service» Abstand nehmen. Selbst dann, wenn wir uns ganz allein an den Tisch setzen. Übrigens gibt es nachahmenswerte Beispiele von kleinen Tischgemeinschaften, zu denen man sich wechselweise einlädt, ganz ohne allzu grossen finanziellen Aufwand und ohne Küchenschlacht-Getue. Eine feine Gerstensuppe oder eine Gemüse-Quiche und Salat oder Gschwellti mit Käse und Kräuterquark reichen vollkommen. Gemeinsam essen ist in jedem Fall appetitfördernder als der raffinierteste Aperitif – ganz abgesehen vom guten Gefühl des Zusammenseins.

Manche Leute sind auf Fertigmahlzeiten oder einen Catering- Lieferdienst angewiesen. Der Energiewert solcher Mahlzeiten kann mit kleinen Zutaten erhöht werden, etwa mit etwas frischer Butter, einem Schuss Rahm, einem Hauch Olivenöl aus der Sprühdose oder frischen, fein geschnittenen Kräutern.


Massvoll zwischen weniger und mehr

Der Spruch, das Essen sei der Sex des Alters, gehört in den Schredder. Längst ist bekannt, dass Sex keinem Verfallsdatum unterworfen ist, sondern im Verlaufe des Lebens die Spielarten wechseln können. Dass das Essen mit Sinnlichkeit und einem Gefühl der Befriedigung zu tun hat – dies hingegen steht ausser Frage.

Eine köstlich zubereitete Leibspeise auf dem Teller nährt auch die Seele, und das Pröbeln mit neuen Rezepten und bisher unbekannten Geschmacksrichtungen regt auch den Geist an. Zwei Merkpunkte, die von Ernährungswissenschaftlern vermittelt werden, sind unbedingt zu beachten. Mit zunehmendem Alter nimmt der Kalorienbedarf des Menschen ab, der Bedarf an Prote- inen dagegen nimmt markant zu. Die Portionen dürfen kleiner ausfallen, denn mit dem Bärenhunger der Jugend ist es vorbei. Was aber auf den Teller kommt, muss einen guten Nährwert bringen und für eine ausreichende und regelmässige Zufuhr von Eiweiss sorgen. Was bedeutet, dass Eier und Milch-produkte, aber auch Hülsenfrüchte, Getreideprodukte oder Nüsse auf den Speiseplan gehören. Fleisch und Fisch sollten in moderaten Mengen genossen werden und eher die Ausnahme von der Regel darstellen. 

Ein zweiter, wichtiger Punkt: Möchte man der Gesundheit Gutes tun und Übergewicht abbauen, muss dies in kleinen Etappen und während einer längeren Zeitdauer stattfinden – Gewaltkuren bringen gar nichts, sondern im Gegenteil den Organismus in Aufruhr. Verliert man jedoch im Verlaufe weniger Monate unwillentlich und kontinuierlich an Gewicht, ist dies ein Alarm- signal, das nach medizinischer Abklärung ruft. Ein konstanter Gewichtsverlust kann auf eine ernsthafte Erkrankung oder eine Depression hinweisen. Das Stichwort heisst Früherkennung.

In Ihrer Medbase Apotheke (ehemals Topwell) kann man Ihnen sowohl Produkte empfehlen, die eine Ernährungsumstellung und die Gewichtsreduktion unterstützen als auch Produkte anbieten, die Ihrem Körper das notwendige Protein oder ebenso Mineralstoffe wie etwa Magnesium zuführen.

Gesundheit will gepflegt werden

Sprechstunde bei einem Wirbelsäulenspezialisten, die Patientin hat Rückenbeschwerden, der Arzt empfiehlt Physiotherapie. Die Patientin zögert, ja ist denn dieser Aufwand nötig? Der Arzt, ein kluger Mensch, macht sich einige Notizen und sagt wie beiläufig: «Wenn man während vieler Jahre immer nur für andere da gewesen ist und sich um deren Wohl gekümmert hat, ist es nicht leicht, sich auch einmal um sich selbst zu kümmern und mit sich selbst achtsam umzugehen.» Ein wichtiger Punkt wurde angesprochen: Frauen im reiferen Alter haben zuweilen Mühe, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und sich genau so viel Zuwendung zu gönnen, wie sie diese einem Partner, einem Sohn oder einer Tochter oder einem Enkelkind schenken würden. Männer, die ein hartes Berufsleben zum Durchhalten bis hin zur Selbstverleugnung gezwungen hat, haben manchmal Mühe, sich rechtzeitig um ihren Gesundheitszustand zu kümmern. In beiden Fällen geht es weder um Übervorsicht oder Verzärtelung, sondern um Vernunft und sinnvolle Prävention.

In tiefem Respekt darf man den Hut ziehen vor all jenen, die allen Beeinträchtigungen zum Trotz nicht verbittern, sondern dennoch am Leben teilhaben und es nach Möglichkeit gestalten.

Signale wahrnehmen
Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magenbeschwerden, immer wieder auftretende Erkältungskrankheiten: Dies sind nur einige Beispiele für Beschwerdebilder, die von vielen älteren Menschen nicht genügend ernst genommen oder mit irgendwelchen Tabletten weggezappt werden.

Alles falsche Taktik, denn Schmerzen sind die Signale des Körpers, der mitteilen möchte, dass irgendetwas nicht stimmt. Wiederum geht es nicht um leicht hysterische Ängste oder Verweichlichung, sondern um eine Bestandsaufnahme. Handelt es sich um wiederkehrende Schmerzen, schreiben Sie sich tagebuchartig auf, wann der Schmerz aufgetaucht ist, wie lange er gedauert hat und ob Sie irgendeinen Zusammenhang erkennen können – etwa in den Bereichen Ernährung, Stress oder Überforderung. Ein solches «Beschwerdetagebuch» ist eine wichtige Unterstützung beim Arzt-Patienten-Gespräch – und übrigens auch bei Beratungsgesprächen in Ihrer Medbase Apotheke (ehemals Topwell).
Mit sich selbst in Kontakt bleiben 
Wer allein lebt, muss sich nicht unbedingt einsam fühlen: Alleinsein und Einsamkeit sind zwei unterschiedliche Kontinente. Allerdings kann es vorkommen, dass man als Alleingänger den Kontakt zu sich selbst verliert und sich zu wenig oft fragt: Geht es mir gut? Wie fühle ich mich? Spüre ich irgendwo Mangelerscheinungen – und was kann ich dagegen tun?

Zumindest im städtischen Umfeld ist für Seniorinnen und Senioren das Angebot an Gesprächsrunden, an Führungen, an Diskussionsgruppen, sportlichen Treffen, Tagesreisen und vielen anderen Kontaktmöglichkeiten beträchtlich gross. Goldene Regeln, die den Anschluss erleichtern: Du sollst nicht erwarten, dass man dich gleich begeistert in die Arme schliesst, sondern Du musst dich bemühen und auf die Leute zugehen. Du sollst dir bewusst machen, dass du nur dann Chancen für echte Kontakte hast, wenn du genügend lange bei der Sache bleibst und nicht gleich wieder aussteigst, weil dir irgendeine Nase nicht gefallen hat.

Du und ich und unsere Gesundheit
Dem schönen Bild, dass in der Partnerschaft zweier älterer Menschen bei Krankheitsfällen jeder des anderen Stütze sei und ihm liebevoll-freudig beistehe, fügt die Realität zuweilen Kratzer zu. Der eine Partner ist möglicherweise zu anspruchsvoll, zu fordernd und zu wenig dankbar – oder der andere hat wenig Sinn für das gerade Notwendige und Hilfreiche und wieder ein anderer wird vor lauter Hilflosigkeit ungeduldig oder gar barsch. Manch- mal ist zu viel ganz einfach zu viel, und man muss sich beidseitig eingestehen, dass man Hilfe von aussen braucht. Dieses Eingeständnis und die entsprechenden folgerichtigen Massnahmen können zwar unangenehm sein, sie sind jedoch weit sinnvoller als ein Zerwürfnis oder der Zusammenbruch des pflegenden Partners.

Gemeinsam etwas unternehmen, gemeinsam einkaufen und kochen, gemeinsam reisen, gemeinsam lachen, gemeinsam genie- ssen – wunderbar. Der beidseitigen Gesundheit ist es aber auch förderlich, wenn sich beide Partner ihren Freiraum gönnen und ihre allenfalls unterschiedlichen Interessen pflegen können. Offene, von liebevollem Respekt begleitete Gespräche schaffen hier Klarheit.
Noch ein wichtiger Punkt: Falls Sie sich während einiger Wochen aus unerklärlichen Gründen schlapp und müde fühlen, dürfen Sie sich nicht hinter der Schutzbehauptung «Das ist eben so im Alter» verkriechen. Lassen Sie die Situation abklären. Hinter Ihrer Müdigkeit muss nicht gleich eine schwere Erkrankung stecken. Aber nicht auszuschliessen sind gesundheitliche Defizite wie etwa Diabetes oder ein Mangel an Proteinen oder Vitaminen. Nicht verzagen, sofort fragen.
Gesundheit ist kein fixer, sondern ein sozusagen schwebender Zustand. Manchmal können Vitamin- und Mineralstoffgaben oder ein Stärkungsmittel die Gesundheit stabilisieren oder revitalisieren, insbesondere nach einer Erkrankung oder einem chirurgischen Eingriff. Das Medbase Apotheken Team steht Ihnen beratend zur Seite.

Beschwerden dürfen nicht am Leben hindern

Das haben wir alle schon direkt oder allenfalls aus der Distanz erlebt: Eine massive Erkältung mit Fieber kann aus einem Mann, Marke Fels in der Brandung, ein Häufchen Elend-Sand machen. Oder eine starke, humorvolle Frau wird zum leicht erregbaren Nervenbündel, sobald sie wieder von ihren Verdauungsbeschwerden geplagt wird oder wenn die Hormone in Verwirbelung geraten. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können ganz rasch das Leben verdüstern – und um wie viel schwerer ist die Lebenssituation für jene Menschen, die unter einer chronischen Krankheit leiden oder mit einer Behinderung leben müssen.

In tiefem Respekt darf man den Hut ziehen vor all jenen, die allen Beeinträchtigungen zum Trotz nicht verbittern, sondern dennoch am Leben teilhaben und es nach Möglichkeit gestalten.

Mut zu Demut
Recht gross ist vermutlich die Zahl von älteren Menschen, die sich gegen Hilfsmittel wehren, obwohl ihnen diese das Leben erleichtern könnten. Ein Gehstock, ein Rollator, ein Hörgerät, ein Aufsatz für den WC-Thron, eine stabile Sitzgelegenheit in der Dusche, spezielle Schutzunterwäsche – nein, sicher nicht, so etwas kommt noch lange nicht infrage, dreifaches Ausrufezeichen.

Manchmal wäre etwas Demut angebracht. Im Wort Demut steckt ja nicht das Wort Wut, sondern Mut. Wer sich heiteren Mutes mit altersbedingten Beeinträchtigungen auseinandersetzt und von lebenserleichternden Hilfsmitteln rechtzeitig Gebrauch macht, erfährt sich und den Alltag ganz neu. Wer sich in diesem Sinne Hilfe gönnt, setzt Energie frei für Dinge, die das Leben wirklich lebenswert machen und Leib und Seele anregen.

Ablenkung tut gut
Für ernste, nachdenkliche Menschen klingt der Begriff Ablen- kung fast frivol. Man muss sich doch mit seriösen Dingen beschäftigen und darf dem Herrgott nicht die Zeit stehlen, nicht wahr? Ablenkung ist aber dann besonders wichtig, wenn man sich entschlossen hat, sich trotz zeitweiliger oder langwieriger Behinderung nicht am Leben hindern zu lassen.

Ablenkung kann die unterschiedlichsten Spielarten haben. Be- sonders eindrücklich ist das Beispiel der amerikanischen Biologin Elisabeth Tova Bailey. Ein gefährlicher und nicht klar zu definierender Virus hatte ihr vegetatives Nervensystem angegriffen, sie in Lebensgefahr gebracht und auf ein monatelanges Krankenlager gezwungen. Eine Freundin brachte ihr eine Art Vivarium in die Klinik. In den Glaskasten hatte sie Moose, Zweige und Blätter geschichtet – ein winziges Stück Wald. In diesem kleinen Biotop hielt sich eine Schnecke versteckt: Die kranke Frau begann, das Tier zu beobachten, sie vertiefte sich in die langsamen Bewegungen der kleinen Schnecke, verglich ihre Verhaltensweisen im Verlaufe des Tages. Elisabeth Tova Bailey liess sich Fachliteratur von Schneckenkundlern bringen – und schrieb später das bezaubernde Buch «Das Geräusch einer Schnecke beim Essen». Ablenkung als erster Schritt zurück ins Leben.

Philosophie der Wertschätzung
In unserer Gesellschaft zählen Leistung, Eile, Erfolg. Wer diese Kriterien nicht mehr erfüllen kann, fühlt sich nicht selten als rand- ständiges Individuum. Es braucht immer wieder viel Mut und Lebensenergie, um sich zu sagen: So wie ich bin, habe ich meinen Platz im Leben. Ich bringe mir selbst Wertschätzung entgegen und versuche, mit meinem Dasein und meinem Sosein der Umwelt zu beweisen, dass ich in mir selbst ruhe und mit meiner Lebenshaltung wichtige Impulse gebe. Wie jene betagte Frau, die als Folge einer Augenerkrankung beinahe blind ist, aber voll Freude erzählte, wie gerne sie sich im Sommer beim Morgengrauen mit einer Tasse Kaffee auf ihren winzigen Balkon setze und lausche, wie die Stadt langsam erwache. Lebensphilosophie vom Feinsten.

Lachen, wenn es eigentlich wenig zu lachen gibt – auch das ist Lebenskunst. Glücklich ist der Mensch, der die Sorge um kleinere oder sogar grössere Beschwerden durch die Filtrieranlage des Humors laufen lassen kann. Humor ist weder mit Witz und schon gar nicht mit Leichtlebigkeit zu verwechseln: «Das Wesen des Humors ist Empfindsamkeit, ein warmes, zartes Mitgefühl für alle Formen des Daseins», sagte einmal ein kluger Mann.

Und zum Schluss noch dies …

Die Mutter dreier Teenager erzählte jüngst, voll Besorgnis, ihr falle auf, dass die jungen Leute von heute erst ganz kurzfristig per SMS miteinander vereinbaren, wo und wann sie sich am Wochenende treffen und Party machen wollen. «Früher hat man doch frühzeitig ‹etwas abgemacht›», meint diese Frau. «Wir konnten uns dann die ganze Woche über auf den Samstagabend freuen. Die Jungen dagegen wissen wohl gar nicht mehr, was Vorfreude ist.»

Da sind Sie als Mitglied der Gruppe 65+ eindeutig im Vorteil. Sie wissen noch, was Vorfreude ist und dass selbst kleine Freuden sozusagen alle Zellen des Organismus positiv beleben und zur Regeneration anregen.

Dr. med. Eckart von Hirschhausen, der bekannte deutsche Fern- sehmoderator in Gesundheitsfragen, hat einmal gemeint, bei der medizinischen Abklärung eines möglichen Herzinfarktrisikos müsste eigentlich auch die Frage «Fühlen Sie sich geliebt?» gestellt werden. Ein interessanter Standpunkt. Die Frage könnte um Zusatzfragen erweitert werden: «Gönnen Sie sich Freude und freuen Sie sich auch, wenn Sie jemandem eine Freude machen können?», oder «Sind Sie mit sich selbst im Reinen, können Sie anderen Menschen und nicht zuletzt auch sich selbst Fehler und Unstimmigkeiten vergeben? Und bemühen Sie sich, nicht nachtragend zu sein und so Ihren Seelenfrieden zu bewahren?»

Sind Sie jetzt der Meinung, dies seien ja zwar alles schöne Worte – die aber nicht vom Thema Alter und von allfälligen Altersbeschwerden ablenken könnten? Man kann Ihnen nicht widersprechen. Dennoch ist ein Perspektivenwechsel ratsam: Sie werden nicht einfach willenlos vom Fluss des Alterungsprozesses fortgetragen, sondern für Sie ist ein stabiles Boot mit der Bezeichnung «Projekt Alter» bereitgestellt. Lernen Sie die Möglichkeiten dieses Bootes kennen, halten Sie das Steuer fest in der Hand, blicken Sie zuversichtlich nach vorn.

Als gut ausgebildeter Lotse auf Ihrer Fahrt durch die 65+-Gewässer empfiehlt sich Ihre Medbase Apotheke (ehemals Topwell)

Dr. Labouvie empfiehlt

  • Rauchen Sie nicht, Ihre Gefässe danken es Ihnen.
  • Essen Sie genügend Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte. Verzichten Sie auf tierische Fette und setzen Sie auf fettarme Milchprodukte. Übrigens: Gemüse und Früchte können in unterschiedlichster Form konsumiert werden. Zaubern Sie ein leckeres Mus, einen frischen Saft oder eine wärmende Suppe in Ihren Menuplan.
  • Trinken Sie viel! Am besten Tee oder Wasser. Alkohol muss nicht völlig ausgeschlossen werden, solange damit sparsam umgegangen wird.
  • Sparen Sie beim Speisesalz. Zu viel Salz in der Ernährung kann den Blutdruck erhöhen. Seien Sie dafür grosszügig mit frischen Kräutern, Curry, Muskat oder anderen natürlichen Geschmacksbomben.
  • Sorgen Sie für regelmässige Bewegung, so pflegen Sie Körper und Geist. Am Besten an der frischen Luft . Ansonsten kurbelt auch zügiges Abstauben oder Wäscheaufhängen den Kreislauf an. Oder tanzen Sie – zur Radiomusik, den Tönen Ihres Plattenspielers, Fernsehers oder iPods!
  • Dauerstress vermeiden! Stress schadet der Gesundheit und den Gefässen.
  • Beobachten Sie Ihr Gewicht. Der Körperfettanteil liegt bei normalgewichtigen Frauen zwischen 20 bis 30 %, bei normalgewichtigen Männern zwischen 10 bis 20 %. Dies gilt unter Berücksichtigung des Alters.
  • Schreiben Sie sich «Vorsorge» hinter die Ohren. Früherkennung bewahrt in den meisten Fällen vor gefährlichen Erkrankungen und erspart zeitintensive Behandlungen.
  • Lernen Sie etwas Neues. Jede Herausforderung ist gut für das Gehirn und wirkt dem geistigen Abbau im Alter entgegen.
  • Falls Ihr Gehör nicht mehr das Beste ist: Schaffen Sie sich eine Hörhilfe an. Sonst gehen Sie in Gruppen unter, anstatt ein aktives Mitglied zu sein.
  • Lachen Sie. Das löst Glückshormone aus und stimmt fröhlich, ob Sie es glauben oder nicht, probieren Sie es aus!