Topwell-Apotheken AG

Wissenswertes rund um das Thema «Verhütung»

Wir wollen Ihnen mit diesem Ratgeber das Thema Verhütung in knapper und übersichtlicher Form darstellen, um Ihnen Entscheidungen für die Wahl der für Sie geeigneten Verhütungsmethode zu erleichtern.

Verhütung - aber richtig

Für das ärztliche Gespräch können diese Vorkenntnisse unter anderem zu einem besseren Verständnis und zu gezielteren Fragen beitragen. Lassen Sie sich in jedem Fall fachlich beraten! So finden Sie die beste Verhütungsmethode, eine, die zu Ihrer persönlichen Lebenssituation passt. Die Wahl einer unzureichenden Methode kann einschneidende Konsequenzen zur Folge haben.

Die Informationen orientieren sich am aktuellen Stand der wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnisse. Wir Topwell-ApothekerInnen beraten Sie gerne.

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Die weibliche Anatomie

Seitdem die Entfernung der Schamhaare auf dem Venushügel, sprich der Bikinizone, für viele Frauen zum modischen Muss geworden ist, scheint das Interesse an der Landschaft der weiblichen Intimität gestiegen zu sein.

Hinter dem höchst unpräzisen Sammelbegriff «Scheide» verbergen sich verschiedene, mit unzähligen Nervenzellen ausgestattete und entsprechend empfindsame Körperteile. Dazu gehören die grossen Schamlippen und darunter die kleinen Schamlippen, welche die Scheidenöffnung und den Ausgang der Harnröhre bedecken. Die inneren Geschlechtsorgane bestehen aus der Vagina, der Gebärmutter, den Eileitern und den Eierstöcken. Die Drüsen des Gebärmutterhalses sondern ein klares, durchsichtiges und meist zähes Sekret ab. Dieses verändert sich während des Menstruationszyklus der Frau. Zur Zeit des Eisprungs wird das Sekret dünnflüssig. So können – ohne Empfängnisschutz – die Spermien des Mannes ungehindert durch den Muttermund in die Gebärmutter eindringen. Ein solches Spermium besteht aus der männlichen Samenzelle und dem beweglichen Schwanz, mit dem sich das Spermium im Eileiter der Frau zur Eizelle bewegen und die Befruchtung der Eizelle erreichen kann.

Besuch beim Frauenarzt

Schamgefühl und Unsicherheit sind Gründe, warum viele junge Frauen den ersten Termin mit ihrem Frauenarzt* hinauszögern. Diese Ängste sind unbegründet, Ihr Arzt nimmt sich die Zeit, um auf Ihre Fragen einzugehen und diese kompetent und verständlich zu beantworten. Wenn Sie sich vor dem Arztbesuch Ihre Fragen aufschreiben, gehen diese auch nicht vergessen.

Einer der wichtigsten Gründe für den Besuch beim Frauenarzt ist die Frage zur passenden Verhütungsmethode, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Da es um intime Themen geht, ist die Wahl Ihres Frauenarztes eine sehr persönliche. Ob Sie sich lieber von einem Mann oder einer Frau untersuchen lassen, entscheidet Ihr individuelles Gefühl. Fachlich macht es keinen Unterschied. Sprechen Sie mit Personen, denen Sie vertrauen: Mutter, Freundinnen – die Erfahrungen anderer Frauen können hilfreich für Ihre Wahl sein.

Gerne helfen auch die ApothekerInnen der Topwell Apotheken AG bei einer ersten Vorabklärung oder bei der Auswahl des passenden Arztes.

Die gynäkologische Untersuchung

Ein erstes ausführliches Gespräch mit Ihrem Frauenarzt ermöglicht das gegenseitige Kennenlernen und hilft beim Vertrauensaufbau. Den Grund Ihres Besuchs müssen Sie Ihrem Arzt klar mitteilen: sei dies die Wahl Ihrer Verhütungsmethode, gynäkologische Probleme oder allgemeine Fragen oder/und den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Ihr Frauenarzt entscheidet, ob er, nebst dem beratenden Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung durchführt. Damit Sie gut auf dieses erste Gespräch beim Frauenarzt vorbereitet sind, sind Antworten auf folgende Fragen wichtig:

  • Sind bei Ihnen oder bei engen Familienmitgliedern Krankheiten wie Thrombosen, Lungenembolien, Bluthochdruck, Krebs aufgetreten?
  • Leiden Sie an Kopfschmerzen, Allergien?
  • Nehmen Sie regelmässig Medikamente und wenn ja, welche? Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Stammapotheke für einen Polymedikationscheck
  • Zeitpunkt der ersten Blutung (junge Frauen)?
  • Zeitpunkt der letzten Blutung?
  • Dauer Ihrer letzten Periode?
  • Beschwerden während der Periode?

Krebsvorsorge

Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie empfiehlt in ihren Richtlinien: Eine Frau sollte ab 30 Jahren alle drei Jahre einen Krebsabstrich machen lassen, von 21 bis 30 alle zwei Jahre.

Das Ziel der Krebsvorsorgeuntersuchung bei Frauen ist, einen möglichen Gebärmutterhalskrebs möglichst frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, denn nur dann bestehen sehr gute Heilungschancen.

Gebärmutterhalskrebs wird durch die Hochrisiko-Typen der humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Die Viren können durch Hautkontakt, ungeschützten Geschlechtsverkehr, das häufige Wechseln des Geschlechtspartners und auch durch eine Immunschwäche, z. B. HIV-Infektion, übertragen werden. Bei einer Infektion mit HPV treten lange Zeit keine Symptome auf.

Verhütungsmethoden

Angebot an zuverlässigen Methoden für die Verhütung ist sehr gross, und eine umfassende Information vom Spezialisten ist für Ihre Entscheidung unumgänglich. Trotzdem kommt es immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften. Abhängig von Ihrer Lebensphase und den aktuellen Lebensumständen eignen sich gewisse Präparate besser als andere. Im Gespräch mit Ihrem Frauenarzt finden Sie die für Sie passende Verhütungsmethode. Die Verhütungsberatung legt ihren Fokus auf:

  • die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode
  • die Verträglichkeit und die Nebenwirkungen
  • gesundheitliche Risiken
  • den gesundheitlichen Nutzen
  • die Information über den Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen Je höher die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode, desto geringer ist das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

Die Verhütungsmethoden im Überblick

Natürliche Verhütungsmethoden

  • Temperaturmethode
    Der Eisprung bewirkt eine Erhöhung der normalen Körpertemperatur (Basaltemperatur). Der Eisprung hat stattgefunden, wenn die Temperatur drei Tage hintereinander um mindestens 0,2 °C höher ist als in den vorherigen sechs Tagen. Der Zeitpunkt des Anstiegs hängt von der Länge des Zyklus ab, bei einem 28-Tage-Zyklus erfolgt er zwischen dem 14. und dem 16. Tag. Das bedeutet, sexuelle Kontakte dürfen nur im Zeitraum vom dritten Tag nach dem Temperaturanstieg bis zur Regelblutung stattfinden. Die Temperatur kann mit einem herkömmlichen oder digitalen Thermometer unter der Zunge (sublingual) oder im Po (rektal) gemessen werden. Auch können verschiedene Computersysteme als Hilfsmittel benutzt werden. Vorteil: Zeitersparnis, weil die Zyklusdaten nicht selbst notiert und ausgewertet werden müssen.
  • Kalendermethode nach Knaus-Ogino
    Auf Basis der Länge der zurückliegenden sechs oder zwölf Menstruationszyklen werden mithilfe einer Formel die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage des kommenden Zyklus berechnet.
  • Symptothermale Methode
    Nebst der Basaltemperatur wird zusätzlich die Veränderung des Schleims vom Gebärmutterhals berücksichtigt. An den fruchtbaren Tagen lässt sich der Vaginalschleim zu einem Faden auseinanderziehen.


Hormonfreie Verhütungsmethoden

  • Kupferspirale
  • Mechanische Methoden/Kondom/Frauenkondom/Diaphragma Hormonelle Verhütungsmethoden
  • Hormone verhindern den Eisprung (Ovulationshemmung) und hemmen die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut und somit die Einnistung des Eies


Kombinierte hormonelle Methoden

  • Pille, Vaginalring, Hormonpflaster


Östrogenfreie Verhütungsmethoden

  • Gestagen-Pille
  • Hormonspritze
  • Hormonimplantat
  • Hormonspirale


Jede Verhütungsmethode hat ihren Pearl-Index (PI). Die Erklärung dazu: Wenn 100 Frauen eine Methode zwölf Monate lang anwenden, entspricht die Zahl der ungewollten Schwangerschaften dem Pearl-Index. Je niedriger der Wert, desto sicherer ist die Verhütungsmethode.

Verhütungsmethoden (Zuverlässigkeit von oben nach unten abnehmend) mit Paar-Index (perfekte Anwendung):

  • Sterilisation der Frau / 0.1
  • Sterilisation des Mannes / 0.1
  • Hormonspirale (IUS, Intrauterinsystem) / 0.14–0.33
  • Kombinierte Pille* / 0.2–0.6
  • Dreimonatsspritze / 0.3
  • Hormonimplantat / 0.3
  • Gestagen-Pille* / 0.4
  • Mini-Pille* / 0.5
  • Vaginalring* / 0.6
  • Kupferspirale (IUP) / 0.6
  • Hormonpflaster* / 0.88
  • Symptothermale Methode* / 1.8
  • Temperaturmethode* / 3
  • Kondom (Mann)* / 3
  • Coitus interruptus* / 4-19
  • Kondom (Frau)* / 5
  • Scheidendiaphragma mit spermizider Creme/Gel* / 6
  • Knaus-Ogino* / 9
  • Keine / 85


Hinweis: Der Pearl-Index kann in der praktischen Anwendung höher ausfallen. Dies gilt insbesondere für die mit * markierten Methoden, bei denen Anwendungsfehler häufiger auftreten. Der praktische Pearl-Index der Mini-Pille liegt z. B. bei 3.

Verhütungsmethoden

Welche Art der Verhütung für die aktuelle Lebenssituation am besten geeignet ist, wird im gemeinsamen Gespräch mit dem Arzt ermittelt. Sicherheit, Art der Anwendung, Kontraindikation (Gegenanzeige) mit anderen Medikamenten (z. B. Antibiotika) und gesundheitliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Oft findet eine Frau nicht auf Anhieb die richtige Methode, die Lebenssituation kann ändern oder Beschwerden können auftreten. Suchen Sie bei einsetzenden Beschwerden das Gespräch mit Ihrem Arzt oder sprechen Sie Ihren Topwell-Apotheker darauf an, z. B. bei:

  • Unverträglichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Brustspannen
  • Gewichtszunahme
  • veränderte Stimmungslage
  • Veränderung des sexuellen Verlangens
  • unerwünschte Hautveränderungen
  • Zwischenblutungen

Die Pille danach

Wenn doch etwas schief gegangen ist, zum Beispiel ein gerissenes oder verrutschtes Kondom oder eine falsche oder nicht eingehaltene Verhütung (Vergessen der Pille), ist in der Schweiz die «Pille danach» zur Notfallverhütung zugelassen. Sie ist ausschliesslich für den Einzelfall bestimmt und kommt dann zur Anwendung, wenn eine Verhütungsmethode versagt hat, eine Frau vergewaltigt wurde oder es aus einem anderen Grund zu einem ungeschützten sexuellen Kontakt gekommen ist. Die «Pille danach» unterdrückt den Eisprung und stört wahrscheinlich auch die Befruchtung und/oder die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter. Je früher nach dem Verkehr die «Pille danach» eingenommen wird, in einem Zeitfenster von maximal 120 Stunden, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangerschaft verhindert werden kann. Darum sollte nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr umgehend der Frauenarzt oder die Apotheke aufgesucht werden.

Bei weiterem Geschlechtsverkehr muss eine zuverlässige Empfängnisverhütung gewählt werden, denn die Wirksamkeit einer regelmässigen hormonellen Verhütung kann durch die «Pille danach» gestört werden, und die zusätzliche Anwendung einer Schutzmethode (z. B. Kondom) bis zur nächsten Periodenblutung ist empfohlen.

Die «Pille danach» erhalten Sie rezeptfrei nach einem Beratungsgespräch in Ihrer Topwell-Apotheke.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Sex gehört zum Leben, birgt aber auch das Risiko, sich mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken. Wir unterscheiden bei den Überträgern vier Arten von Verursachern: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Die Benutzung eines Kondoms ist der wichtigste Schutz zur Vermeidung von Infektionen und Geschlechtskrankheiten. Wenn Sie den Verdacht haben, sich eine sexuell übertragbare Krankheit zugezogen zu haben, kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker. Ein rechtzeitiger Kontakt erleichtert die Diagnose und die schnelle Einleitung der richtigen Behandlung. Es ist daran zu denken, auch den betreffenden Partner zu behandeln, um die Infektionskette rasch zu zerstören.

HIV/Aids
Ob Sie eine HIV-Infektion haben oder nicht, kann nur ein medizinischer HIV-Test zeigen, denn oft treten zu Beginn einer HIV-Infektion keine gesundheitlichen Probleme auf. Testen ist in der Regel erst drei Monate nach dem letzten riskanten Verhalten (zum Beispiel Geschlechtsverkehr ohne Präservativ) sinnvoll.

Geschlechtskrankheiten – Symptome

Es ist wichtig, dass Sie auf Symptome achten und sofort zum Arzt gehen, wenn Sie Anzeichen einer Geschlechtskrankheit bemerken. Lassen Sie sich bei häufig wechselnden Sexualpartnern jährlich auf Geschlechtskrankheiten testen. Die Anzeichen einer Geschlechtskrankheit können sein: • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen

  • Ausfluss aus Glied und After, ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
  • Juckreiz, Schmerzen, Hautveränderungen am Scheideneingang, am After
  • Rötungen, Pickel, Knötchen, Blasen, Warzen, Geschwüre im Genitalbereich
  • unregelmässige, ausbleibende Menstruation, Zwischenblutungen
  • geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend
  • Schmerzen im Genitalbereich oder im Unterbauch
  • Veränderungen wie offene Stellen im Mund oder Rachen

Welches sind die häufigsten Geschlechtskrankheiten?

  • Chlamydien
    Bei der Chlamydieninfektion handelt es sich um eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten ➔ heilbar
  • Gonorrhö (Tripper)
    Gonorrhö ist eine sehr ansteckende bakterielle Infektionskrankheit ➔ heilbar
  • Syphilis ➔ heilbar, sofern frühzeitig erkannt
  • Hepatitis B ➔ impfbar, nicht heilbar, behandelbar
  • Herpes genitalis ➔ nicht heilbar, behandelbar
  • Humanes Papillomavirus HPV (Feigwarzen, Gebärmutterhalskrebs) ➔ nicht heilbar, behandelbar; Impfung vom BAG empfohlen für alle Jugendlichen im Alter von 11 bis 14 Jahren (Mädchen als Basisimpfung, Jungen als ergänzende Impfung) sowie als Nachhol- bzw. ergänzende Impfung für 15- bis 26-Jährige
  • Lymphogranuloma venereum ➔ heilbar, betrifft vor allem homosexuelle Männer und zurückkehrende Touristen aus den Tropen und deren Sexualpartner

Zusätzliche Informationen und Anlaufstellen